Das kann ich auch! (kannst Du nicht)

Die Unverkennbarbeit der Musik von Bach, Mozart oder Abba liegt darin, dass sich ihre Musik wie an einem unendlichen Faden schier unendlich und wiedererkennbar weiterspinnen lässt. Man hört sofort: ahh! Bach! Mozart! Abba! Man hört die ihrer Musik eigenen Gesetzmäßigkeiten heraus: man glaubt, das Prinzip zu verstehen. Was hält uns noch davon ab, deren Kunstwerke im Zeitalter der technischen Produzierbarkeit fortzuführen? Eine MozApp etwa, entsprechend programmiert, in die man eingibt, was man hören will, Länge des Stückes, Instrumente, Tonart, Anzahl der Stimmen, usw.? Da nichts uns so sehr provoziert in unserer Mittelmäßigkeit wie einsames Talent und dessen Einzigartigkeit, wäre es nur gerecht, wenn wir auch das noch mit ein paar virtuellen Helferlein gewuppt bekommen.

Man vergisst aber eine Kleinigkeit. Die Gesetzmäßigkeiten, die Unverkennbarkeit ist wie eine Handschrift, die sich imitieren lässt. Aber die Wortwahl ist einzigartig: nur weil man die Handschrift beherrscht, findet man noch lange nicht die Worte.